Vliesstoffherstellung – vom Rohstoff zum fertigen Material
Die Herstellung von Vliesstoffen ist ein hochspezialisierter und technischer Prozess, der sich verschiedener Technologien bedient. Die fertigen Vliese werden in zahlreichen Anwendungsbereichen eingesetzt - von Hygieneprodukten bis zur Automobilindustrie. Als einer der führenden Hersteller von Vliesstoffen sind wir bei Sandler stets um Innovation im Herstellungsprozess bemüht. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die Vliesstoffherstellung und erklären die einzelnen Schritte, die zu einem hochwertigen Produkt führen.
Fasern – die Basis jedes Vliesstoffs
Die Basis für jeden Vliesstoff sind die Fasern. Diese dienen als Rohstoff und spielen eine entscheidende Rolle für die Eigenschaften des Endprodukts. Bei Sandler kommen hauptsächlich synthetische Rohstoffe wie Polyester, Polypropylen, aber auch Viskose und andere Ausgangsmaterialien aus nachwachsenden Quellen zum Einsatz. Je nach Endanwendung werden über die unterschiedlichen Fasereigenschaften die notwendigen Produkteigenschaften durch Mischungen eingestellt. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl der Fasern ist der Fasertiter – dieser beschreibt die Feinheit oder Dicke einer Faser und hat direkten Einfluss auf die Weichheit, Festigkeit und Funktion des Vliesstoffs. Innovation und der Gedanke an die Umwelt gehen bei Sandler schon sehr lange Hand in Hand. So wurden bereits vor Jahrzehnten traditionelle Fertigungsmethoden zugunsten der Umwelt aufgegeben. Wir sind stetig auf der Suche nach neuen, leistungsfähigen und nachhaltigen Rohstoffen. In unserem Produktportfolio findet man deshalb zahlreiche Produkte, die aus Recyclingfasern, nachwachsenden und biologisch abbaubaren Fasern hergestellt sind.
Die Grundlage der Vliesstoffproduktion: Präzise Aufbereitung der Fasern
Der erste Schritt in der Produktion von Vliesstoffen ist die Faseraufbereitung. Dabei werden die in Ballenform gelieferten Fasern vereinzelt und homogenisiert, um ein gleichmäßiges Material für die Vliesherstellung zu gewährleisten. Hierbei kommen speziell aufeinander abgestimmte Maschinenaggregate zum Einsatz. Diese Schritte sind ausschlaggebend für eine gleichmäßige Verteilung und Mischung der unterschiedlichen Fasern und mitentscheidend für die Qualität des fertigen Vliesstoffes.
Von der Faser zum Vliesstoff: Die vielfältigen Verfahren der Vliesstoffherstellung
Nun folgt der eigentliche Prozess der Vliesstoffherstellung, der je nach gewünschtem Produkt auf verschiedene Arten erfolgen kann. Herzstück nahezu jeder stapelfaserbasierten Vliesstoffproduktion ist die Krempel. Eine Krempel wird benötigt, um Einzelfasern in einen gleichmäßigen Faserflor zu überzuführen. Die Krempel löst die Faserlage bis hin zur Einzelfaser auf und formt einen flächigen Flor. Anschließend wird das Material weiter aufbereitet und das spätere Volumen des fertigen Vliesstoffs eingestellt.
Bis hierher liegen die Fasern, die zu einem Vlies werden sollen, nur lose beieinander, zusammengehalten nur von der Friktion der Fasern untereinander. Damit dieser lose Faserflor zu einem festen Vliesstoff wird, kommen unterschiedliche Verfahren der Verfestigung zum Einsatz. Der Needlepunch-Prozess sorgt für eine mechanische Verfestigung mittels Nadeln, während Thermobonding und Thermofusion die Fasern mittels Hitze miteinander verschmelzen. Bei der Spunlace-Produktion erfolgt die Verfestigung ebenfalls mechanisch mittels Hochdruck-Wasserstrahlen. In allen Verfahren wird der Faserflor zu einem nicht gewebten oder gewirkten Fasergebilde – dem Vliesstoff – verfestigt. Jeder Prozess bringt spezifische Materialeigenschaften hervor, die für die jeweilige Endanwendung der Vliesstoffe entscheidend sind. Eine besondere Methode ist das Meltblown-Verfahren, bei dem Granulat aufgeschmolzen und die Schmelze durch einen Luftstrom zu Fasern verstreckt wird. Diese Fasern werden auf ein Abnahmeband abgelegt und damit ein extrem feines Vlies gebildet. Dieses Verfahren ist besonders für die Herstellung von Filtrationsmaterialien geeignet, wie sie in verschiedensten Filtersystemen für Luft und Flüssigkeiten verwendet werden.
Weiterverarbeitung: Von der Rolle und Platte zum Produkt
Nach der Herstellung des Vliesstoffs endet der Prozess nicht. Vliesstoffe werden bei unseren Kunden zu einer Vielzahl von Produkten verarbeitet, die genau an die Bedürfnisse der jeweiligen Branche angepasst sind. Als Rollen- oder Plattenware produziert, kann der Vliesstoff in der Konfektion weiterverarbeitet werden. Durch das Zuschneiden wird er in die gewünschten Formen und Größen gebracht. Darüber hinaus gibt es je nach Anwendungsfeld eine Vielzahl weiterer Verarbeitungsmöglichkeiten: Tränken mit Lotionen, Perforieren, Ultraschallverschweißen um Vliesstoffe zu verbinden, Stanzen, Prägen, Verformen, Falten, uvm. Vliesstoffe können auch vernäht werden, um exakt geformte Polsterteile zu fertigen.
Präzision und Fortschritt – Vliesstoffherstellung bei Sandler
Die Vliesstoffherstellung ist ein vielschichtiger Prozess, der technisches Know-how und modernste Maschinen erfordert. Sandler hat sich als führender Hersteller etabliert, indem wir nicht nur hochwertige Produkte, sondern auch innovative und nachhaltige Verfahren bieten. Von der Wahl der richtigen Fasern über die Vliesbildung bis hin zur Verfestigung – jeder Schritt wird bei Sandler mit höchster Sorgfalt und Qualität durchgeführt. Die fortlaufende Forschung und Entwicklung von neuen Materialien und Prozessen sorgt dafür, dass wir auch in Zukunft den Anforderungen des Marktes und der Umwelt gerecht werden wollen.