Sandler AG erwägt Investition in eigene Windräder in Schwarzenbach an der Saale
Eine langfristige Standortstärkung aufgrund höherer Planungssicherheit hinsichtlich bezahlbaren und nachhaltigen Stroms ist das Schlüsselargument rund um die Investitionsüberlegung / Der Vliesstoffhersteller wird sich innerhalb eines Jahres für oder gegen diese Investition entscheiden / Vorstand Philipp Ebbinghaus weist auf die „hohe Komplexität“ hin, die noch weitere umfassende Prüfungen notwendig macht.
Schwarzenbach an der Saale, 15. Mai 2024 – Die Sandler AG mit Hauptsitz in Schwarzenbach an der Saale (Landkreis Hof) und einem weiteren Standort in Perry, Georgia (USA), erwägt die Investition in eigene lokale Windräder. Der vor 145 Jahren gegründete Vliesstoffhersteller wird die Investition sorgfältig prüfen. Das Unternehmen plant, sich innerhalb eines Jahres für oder gegen ein oder mehrere Windräder zu entscheiden. Angestrebtes Ziel der Sandler AG wäre es, langfristig bezahlbaren Strom direkt für die Produktion einzuspeisen und die Planungssicherheit hinsichtlich der im Wettbewerbsvergleich immer noch hohen Industrie-Energiekosten deutlich zu verbessern – und gleichzeitig den CO2- Fußabdruck markant zu verringern. Die Umsetzung des Projekts würde eine langfristige Stärkung des Standorts Schwarzenbach bedeuten.
Mit der Fläche „Martinlamitz-Nordost“ hatte die Stadt Schwarzenbach bereits Ende 2023 ein lokales Gebiet für Windräder definiert. Am 6. Mai 2024 hat sich nun der „Regionale Planungsverband Oberfranken-Ost“ dafür ausgesprochen, die formellen Verfahren für in Summe 71 Windräder in Oberfranken Ost weiterzuverfolgen. Falls die Regionalplanung zu „Martinlamitz-Nordost“ und die Investitionsüberlegungen des Unternehmens positiv ausfallen, würde die Sandler AG ein Projektentwicklungsunternehmen für die konkrete Planung und den Bau der Windräder beauftragen.
„Hohe Komplexität“ verlangt eine genaue Prüfung
„Wir können uns grundsätzlich eine Investition in eines oder mehrere lokale eigene Windräder auf der Fläche Martinlamitz-Nordost vorstellen. Ziel wäre es, damit unsere Abhängigkeit vom Energiemarkt zu reduzieren und die – für uns als energieintensives Unternehmen im internationalen Vergleich zu hohen – Energiekosten langfristig zu senken. Auch geht es insbesondere darum, stark schwankende Preise, wie wir sie z. B. nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine hatten, zu vermeiden. Mit der Investition könnten wir unsere Wettbewerbsfähigkeit in Schwarzenbach verbessern und unser Nachhaltigkeitsengagement deutlich verstärken“, sagt Philipp Ebbinghaus, Vorstand der Sandler AG und im Vorstand zuständig für das ‚Investitionsprojekt Wind‘.
Philipp Ebbinghaus betont die hohe Komplexität des Projekts, „das äußerst herausfordernd ist, weil viele Einzelaspekte hineinspielen“. „Es ist schön, dass die Stadt Schwarzenbach und auch der Landkreis Hof die regionalen Unternehmen nach besten Kräften unterstützen und sich proaktiv für konstruktive, nachhaltige Lösungen einsetzen“, ergänzt Philipp Ebbinghaus. Sollte es eine positive Investitionsentscheidung geben, so würde die Sandler AG das Ziel der Stadt Schwarzenbach begrüßen, dann eine Bürgerbeteiligung zu ermöglichen.
Investition erfolgt nur bei positivem Beitrag zur Standortstärkung
Bei den Investitionsüberlegungen spielt das Standortthema für den global tätigen Vliesstoffhersteller laut Philipp Ebbinghaus „eine ganz entscheidende Rolle.“
Dr. Christian Heinrich Sandler, Vorsitzender des Vorstands der Sandler AG, betont in diesem Zusammenhang: „Eine Entscheidung für das Projekt wird es nur dann geben, wenn diese Groß-Investition unsere Wettbewerbsfähigkeit stärkt und wir damit nachhaltig zur Sicherung unseres Standorts Schwarzenbach beitragen könnten.“ In den vergangenen, aufgrund der Energiekostenexplosion extrem herausfordernden Jahren habe man gespürt, wie wichtig eine langfristige Unternehmensstrategie und eine gesunde Unternehmensbasis ist.